Förderkonzept für die Bildungsgänge Lernen und Geistige Entwicklung

Hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler, die im Bildungsgang Lernen oder Geistige Entwicklung unterrichtet werden, unterstützen wir mit einem besonderen Förderkonzept.

In der Grundschule lernen die SchülerInnen in der Förderklasse Unterstufe, wohingegen die SchülerInnen der Sekundarstufe I in den Förderklassen Mittelstufe und Oberstufe lernen. Diese Lerngruppen sollen den erhöhten und zusätzlich besonderen Bedarfen dieser Kinder gerecht werden. Die Arbeit in den Klassen zeichnet sich dadurch aus, dass die pädagogische Aufgabe ausgehend von den Stärken der SchülerInnen darin besteht, ihnen Hilfe und Begleitung in ihren Entwicklungsbereichen zu geben und eine möglichst selbstständige Lebensführung zu fördern. Die differenzierte Unterrichtsgestaltung spiegelt sich im Gesamtunterricht, Förderunterricht in kleinen Gruppen, klassen- und jahrgangsübergreifend sowie klassenintern wider. Ausgehend von dem Lern- und Leistungsvermögen wird neben den Kernfächern in vielen Teilen praxisorientiert gearbeitet. Dies wird im Primarbereich insbesondere durch handlungsorientiertes Lernen, Vorbereitung und Durchführung von Feiern und Festen sowie außerschulisches Lernen (Ausflüge, Klassenfahrten) realisiert. Beispiele für die Sekundarstufe I sind u.a. Schulgartenarbeit, Mitpflege des Waldlehrpfades „Grenzenlos“, Hauswirtschaft, Werken und Fahrradwerkstatt, die z.T. fest im Stundenplan verankert sind.

Da Praktika in der Mittel- und Oberstufe gerade für diese Schülerschaft besondere Relevanz haben, wird die Teilnahme an der Berufsorientierung besonders groß geschrieben. Die SchülerInnen haben die Möglichkeit, mehr Praktika, auch in Werkstätten, zu absolvieren. Letztere werden den SchülerInnen ebenfalls intensiv vorgestellt und besichtigt.

Der Unterricht orientiert sich an unseren schuleigenen Kernlehrplänen. Dabei werden für SchülerInnen, die vermutlich später einen Hauptschulabschluss erwerben können, die schuleigenen Kernlehrpläne, die in den Qualitätszirkeln der Schulen für Hören und Kommunikation erarbeitet wurden, zu Grunde gelegt. Die Schülerinnen und Schüler müssen, um den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu erwerben, in der 10. Klasse die Kompetenzen, welche in den Kernlehrplänen für Deutsch und Mathematik für Klasse 9 formuliert sind, erworben haben. Für das Fach Englisch haben wir für den Bildungsgang Lernen eigene Kernlehrpläne erstellt. Diese SchülerInnen werden auch nach Möglichkeit in den an den zielgleichen Bildungsgängen orientierten Klassen unterrichtet.

Um die Lernentwicklung stets zu verfolgen und individuelle Maßnahmen zu entwickeln, ist die Förderplanarbeit sehr wichtig, deshalb werden die Förderpläne regelmäßig in dafür einberufenen Lehrerkonferenzen intensiv besprochen und  fortgeschrieben. Dies ermöglicht, in Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern, regelmäßig zu überprüfen, welche die bestmögliche schulische Förderung darstellt.

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Unterrichtsarbeit

Allgemeine Anmerkungen

Die LWL - Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation legt zudem großen Wert auf die Förderung der Sozialkompetenzen (siehe unten).

Den Schülerinnen und Schülern gilt die uneingeschränkte Wertschätzung, unabhängig der individuellen Möglichkeiten und Leistungen, Beeinträchtigungen oder Behinderungen.

Aufgrund der unterschiedlichen Hörbeeinträchtigungen, wird der Unterricht entsprechend lautsprachlich vermittelt bzw. durch lautsprachbegleitende Gebärden, um allen SchülerInnen die Unterrichtsinhalte zugänglich zu machen und eine uneingeschränkte Kommunikation für alle zu ermöglichen.

Da die Lerngruppen sehr heterogen sind, ist es wichtig, ihnen viel Sicherheit und Struktur zu vermitteln. So wird bei der Stundenplanverteilung darauf geachtet, dass möglichst wenige LehrerInnen in der Klasse eingesetzt werden, sodass sich die SchülerInnen  gut auf ihr Gegenüber einstellen können und Kontinuität erfahren. Abgesehen davon ermöglicht die Schule durch eine Doppelbesetzung (2 Lehrer in einer Klasse), die Förderklassen in Kleingruppen einzuteilen und insbesondere in den Fächern Deutsch und Mathematik individuell zu fördern.

An die Klassen- und Schulregeln sollen sich alle Schülerinnen und Schüler halten; auffälligem Sozialverhalten wird konsequent begegnet.

Um der geringen Konzentrationsspanne einiger SchülerInnen Rechnung zu tragen, erhalten diese auch während des Unterrichts kleine Lernpausen: Lern-, Konzentrations- und Bewegungsspiele in der Grundschule sowie die Möglichkeit für SchülerInnen der Sek I in den Klassennebenraum zu gehen, um sich neu zu sortieren. Insgesamt wird versucht, eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre ohne Leistungsdruck zu schaffen, um den SchülerInnen Spaß an der Schule zu vermitteln und sie nicht zu sehr einzuengen.

Die Klassenlehrer pflegen engen Kontakt zu den Eltern der SchülerInnen über ein von den SchülerInnen geführtes Mitteilungsheft und regelmäßige Telefonate sowie gemeinsame Feiern und Feste. Hierdurch soll eine Transparenz für die Eltern entstehen und eine, den Gegebenheiten entsprechende, möglichst enge Zusammenarbeit.

Des Weiteren kooperieren die Lehrer mit Logopäden und Ergotherapeuten, die an unserer Schule tätig sind sowie Gebärdensprachdolmetscher, die alle Schulveranstaltungen begleiten. Zudem arbeitet die Schule mit Integrationshelfern zusammen, die Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten (zusätzlicher Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung) in der Schulzeit begleiten.

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