Qualitätsanalyse 2011

Im Mai 2011 fand an unserer Schule eine Qualitätsanalyse durch das Dezernat 4Q der Bezirksregierung Arnsberg statt. Zwei Qualitätsprüfer und eine pädagogische Mitarbeiterin mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Herr Knierim - Sonderpädagogik, Herr Krämer - Sekundarstufe I und Frau Pohl-Seifert - Primarstufe) führten an vier Tagen Interviews mit allen an Schule Beteiligten (Schulträger, Eltern, Lehrer, Schüler, Schulleitung), werteten Konzepte, Dokumentationen und schriftliche Unterlagen aus und hospitierten mit einem vorgegebenen Kriterienbogen im Unterricht.

 

Die Auswertung der Ergebnisse wurde in 28 Teilaspekten dargestellt. Dabei gab es vier Bewertungsstufen: vorbildlich, eher stark als schwach, eher schwach als stark und erheblich entwicklungsbedürftig. Unsere Schule erreichte in 9 Bereichen die Stufe vorbildlich und 15 Bereiche wurden stark eingeschätzt ! Lediglich ein Aspekt erhielt die Bewertung “eher schwach”.  Damit erreichte die Schule insgesamt ein hervorragendes Ergebnis.

 

Drei Aspekte wurden nicht bewertet, dazu zählen die Arbeitsbedingungen, da dieser Bereich vom BAD eingeschätzt wird, sowie die Bereiche “Abschlüsse” und “Fachkompetenzen”. Die Förderschule, Fs. Hören und Kommunikation, Olpe nimmt seit Jahren mit Erfolg an den Zentralen Abschlussprüfungen nach Klasse 10 und auch den Lernstandserhebungen in Klasse 8 sowie den Vergleichsarbeiten in Klasse 3 teil. Diese Ergebnisse werden jedoch nicht (wie an den allgemeinen Schulen) zur Auswertung an das Schulministerium weitergeleitet, d.h. für teilnehmende Förderschulen besteht nicht die Möglichkeit die Ergebnisse im Internetzugang einzugeben. Deshalb sind sie im Rahmen der QA nicht auswertbar. Jedoch wurde die interne Dokumentation der Ergebnisse der Schule vorgelegt und im Qualitätsbericht positiv erwähnt.  Damit wurde anerkannt, dass die Schüler und Schülerinnen der LWL-Förderschule, Fs. Hören und Kommunikation, Olpe gute Ergebnisse und Abschlüsse (Hauptschulabschluss 10, Fachoberschulreife und Fachoberschulreife mit Zugang zur gymnasialen Oberstufe) erzielen.   

Im Qualitätsbereich 1 “Ergebnisse der Schule” wurden die Aspekte “Personale Kompetenzen” und “Schlüsselkompetenzen” als besonders stark eingeschätzt:

Eine wirksame Förderung der personalen Kompetenzen – Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Toleranz - gelingt über umfassende pädagogische Maßnahmen in allen Abteilungen und Bildungsgängen der FS HuK. Über die reflexive Auseinandersetzung mit ihrer Behinderung lernen die Schülerinnen und Schüler, sich ihrer Kompetenzen zu versichern und sich auf ihr Leben und Handeln in sozialen und gesellschaftlichen Bezügen einzustellen. Im Rahmen von etablierten Unterrichtsvorhaben und Projekten im schulischen Geschehen übernehmen Schülerinnen und Schüler im hohen Maß Verantwortung und werden zu selbstständigem Handeln geführt. Durch individuelle Verstärkung und durch den Einbezug und die Beteiligung an Lernprozessen (z.B. über Selbsteinschätzungsbögen) gelingt es, Schülerinnen und Schüler zu motivieren und sowohl Leistungs- als auch Anstrengungsbereitschaft zu entwickeln und zu erhalten.

 

Der Aspekt “Zufriedenheit der Beteiligten” des Qualitätsbereiches 1, der auf den Interviews mit allen an Schule Beteiligten basiert, wurde als vorbildlich eingeschätzt:

Schülerinnen und Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte sowie Mitarbeiter äußerten in den Interviews eine sehr hohe Zufriedenheit mit der FS HuK. Von allen wird das umfassende Engagement der Lehrkräfte und der Schulleitung für alle Belange des schulischen Lernens und insbesondere die individuelle Begleitung und Beratung der Schülerinnen und Schüler gelobt und anerkannt. Die Lehrkräfte schätzen insbesondere die gute Kollegialität und die umfassenden Möglichkeiten der Kooperation und wechselseitigen Beratung und Unterstützung sowie die sehr gute Ausstattung der Schule.

 

Der Qualitätsbereich 2 umfasst wesentliche Aspekte des Unterrichts. Das schulinterne Curriculum, das Leistungskonzept, die didaktische Gestaltung des Unterrichts und individuelle Förderung sowie Lernatmosphäre wurden als stark eingeschätzt.

In Bezug auf schulinterne Curricula hat die FS HuK für die Bildungsgänge Grund- und Hauptschule für alle Unterrichtsfächer kompetenzorientierte schuleigene Lehrpläne auf der Basis der Kernlehrpläne und der Richtlinien für allgemeinbildende Schulen erstellt und Zielstellungen und Kompetenzen für schwerhörige und gehörlose Schülerinnen und Schüler ausgewiesen; der notwendige Nachteilsausgleich ist beschrieben und festgelegt. Die curricularen Festlegungen sind ebenfalls verbindlich für den Unterricht im Bildungsgang Lernen (gem. § 26, AO-SF). Für den Bildungsgang Geistige Entwicklung (sehr kleiner Anteil der Schülerschaft) gibt es einige curriculare Festlegungen (z.B. Festlegung von Lehrwerken, Lese-, Schreib- und Rechenlehrgängen).

Im Leistungskonzept sind in Anbindung an die Lehrpläne Bewertungskriterien und Erwartungshorizonte sowie für einige Fächer Kompetenzchecklisten erarbeitet worden. Im  Leistungskonzept sind auch für einige Fächer Kriterienlisten für fachliche Anforderungen sowie Hinweise für den Einsatz von Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen beschrieben. Zur Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens liegen ausführliche Beobachtungs- und Bewertungsbögen vor, die als Grundlage für die beschreibenden Zeugnisse im Bildungsgang Lernen dienen. Die beschreibenden Zeugnisformulierungen in den Bildungsgängen Geistige Entwicklung und Lernen weisen auch einen deutlichen Bezug zu den Förderplänen auf.

Im Qualitätsaspekt 2.3 „Fachliche und didaktische Gestaltung“ wurden mehr Stärken als Schwächen festgestellt. Die Lernaufgaben im Unterricht waren anwendungsbezogen und förderten das problembezogene Denken bzw. das entdeckende Lernen. Sinnstiftende Aufgabenstellungen und klare Instruktionen sicherten Lernfortschritte. Der eingesehene Unterricht fand in einer positiv beeinflussenden Lernatmosphäre und Lernumgebung statt (Aspekt 2.5). Besonders hervorzuheben sind der wertschätzende und respektvolle Umgang aller Beteiligten miteinander und die angemessenen pädagogischen Interventionen bei Unterrichtsstörungen. In fast allen Räumen sind Materialien und Arbeitsergebnisse zur Unterstützung der Lernprozesse bereitgestellt; es wurde häufig beobachtet, dass die Lernenden von sich aus darauf zurückgriffen.

Förderplanung der Schule: Die förderschwerpunktspezifische Diagnostik und Förderplanung ist dezidiert und professionalisiert und wird systematisch von der Frühförderung an durchgeführt.

Die Förderplanung in der Frühförderung und im Kindergarten erfolgt auf der Grundlage einer umfangreichen Aufgaben- und Zielbeschreibung und eines Leitfadens zur Entwicklungsdiagnostik und Dokumentation. Das Förderkonzept des Kindergartens (Zielstellungen/Rahmenbedingungen/Organisation) ist umfassend angelegt und differenziert auf den Übergang zur Primarstufe angelegt. Die Kinder werden sowohl im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation als auch in wahrnehmungs-, entwicklungs- und kognitionsbezogenen Bereich gefördert.

Die Förderung im Bildungsgang Geistige Entwicklung basiert auf der umfassenden und konkretisierten individuellen Förderplanung.

 

Auch der Gemeinsame Unterricht in Regelschulen ist schon seit vielen Jahren ein Arbeits- und Entwicklungsschwerpunkt der FS HuK. Von der Schule wurde ein GU-Leitfaden mit einer dezidierten Aufgabenbeschreibung sowie mit Vereinbarungen und Zielsetzungen für GU-Konferenzen entwickelt, die allen beteiligten Regelschulen zur Verfügung gestellt werden. Die Förderplanung erfolgt in vereinbarter einheitlicher Form und umfasst zusätzlich die notwendigen Nachteilsausgleichsregelungen für die hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler im GU.

 

Der Aspekt “Unterstützung eines aktiven Lernprozesses” wurde im Qualitätsbereich 2 als einziger Punkt in der Gesamtbeurteilung als eher schwach beurteilt. Die Schülerinnen und Schüler waren fast durchgängig motiviert und lernbereit und in einer großen Bandbreite an den Lernprozessen beteiligt. Die eingesetzten selbstständigen Lern- und Arbeitsformen (z.B. Werkstattarbeit, Wochenplan, Stationenlernen) und die kooperativen Lernformen (Partner- und Gruppenarbeit) erfolgten in guter Qualität. Optimierungsbedarf wurde jedoch u.a. festgestellt im Hinblick auf Möglichkeiten der gesicherten Selbstkontrolle und der schülereigenen Lernstandsreflexion. Als Maßnahme zur Verbesserung dieses Unterrichtsaspektes führte die LWL-Förderschule HuK im Schuljahr 2011/12 in allen Klassen Lerntagebücher ein. Die Schülerinnen und Schüler tragen täglich ihre Lernergebnisse in das Lerntagebuch ein und reflektieren mögliche Stärken und Schwächen, die Eltern nehmen täglich Einsicht in das Lerntagebuch. Auf diese Weise soll die schülereigene Lernstandsreflexion gefördert werden und die Eltern einen stärkeren Einblick in den schulischen Lernprozess ihres Kindes erhalten.

 

Als vorbildlich im Qualitätsbereich 2 wurde die Schülerberatung und -betreuung hervorgehoben. Die Schülerbetreuung und –beratung ist umfassend angelegt und wird von allen Beteiligten als ein wirksames Gesamtkonzept für die Persönlichkeitsstärkung und sozialpsychologische Festigung der Schülerinnen und Schüler beurteilt. Im Elterninterview wurde besonders die umfassende und von der Frühförderung an durchgängige Beratungsleistung der Schule positiv hervorgehoben. Für die Schullaufbahnberatung hat die Schule ein umfangreiches Kooperationsnetzwerk aufgebaut, das umfassende Beratung für die Erziehungsberechtigten und die Schülerinnen und Schüler bietet und individuelle Bildungsgangentscheidungen ermöglicht. Im Rahmen der Berufsorientierung finden vorbereitende Praktika, Informationen und Beratungen statt, wodurch die Schülerinnen und Schüler sehr gut auf den Übergang Schule – Beruf vorbereitet werden.

 

Die Schulkultur (Qualitätsbereich 3)  wurde in 4 von 5 Aspekten als vorbildlich beurteilt.  Der Lebensraum Schule und das soziale Klima sind gekennzeichnet durch identifikationsfördernde Maßnahmen und durch ein transparent angelegtes Regelwerk. Die Schülerschaft wird bei der Pflege des Gebäudes und des Geländes aktiv mit einbezogen. Die Gestaltung ist schülerbezogen und bringt die Wertschätzung von Schülerarbeiten, Schülerprojekten und individuellen Leistungen zum Ausdruck. Anlage und Ausstattung des Schulgebäudes ermöglichen in vorbildlicher Weise einen Unterricht nach aktuellen didaktischen und methodischen Konzepten. Insbesondere die Ausstattung zur Förderung und Diagnostik im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation sind umfassend und werden kontinuierlich den neuen Standards angepasst.

 

Die Qualitätsbereiche 4 “Führung und Schulmanagement”, 5 “Professionalität der Lehrkräfte” und 6 “Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung” werden in den Teilbereichen ebenfalls als stark oder vorbildlich eingeschätzt. Hier finden z.B. das Vertretungs- und Fortbildungskonzept sowie das Schulprogramm besondere Anerkennung.

 

Zusammenfassung: Der FS HuK gelingt erfolgreich die den persönlichen Möglichkeiten entsprechende Förderung und schulische Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit zum Teil erheblichem Förderbedarf. Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt ‚Hören und Kommunikation’ sowie in Verbindung mit weiteren Förderschwerpunkten im ‚Lernen’ und der ‚Geistigen Entwicklung’ werden begleitet und durch individuelle Hilfen unterstützt, um für sie ein möglichst hohes Maß an vorschulischer, schulischer und beruflicher Bildung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbstständiger Lebensgestaltung zu erlangen.

Die besonderen Stärken der Schule sind erkennbar in

• der Förderung im Förderschwerpunkt

• der ganzheitlich orientierten Schülerberatung und –betreuung

• der Förderung der personalen Kompetenzen

• der individuellen Förderung und Unterstützung

• der Berufsorientierung

• der außerschulischen Kooperation

• der Zufriedenheit und Identifikation aller Beteiligten mit der Schule

• der kollegialen Kooperation

• der Professionalität des Kollegiums und der Schulleitung

der Führungsverantwortung der Schulleitung

Im Mittelpunkt steht die auf Stärkung und Kompetenzvermittlung ausgerichtete Förderung des einzelnen Kindes/des einzelnen Jugendlichen unter Berücksichtigung und Einbindung des individuellen Umfelds. Sowohl Schulleitung als auch Kollegium nehmen die Gesamtverantwortung für die FS HuK mit großer Ernsthaftigkeit und hohem Engagement wahr. Die enge Verzahnung von Beratungsstelle bzw. Beratung in Fragen der Hörschädigung, Frühförderung, ambulanter bzw. integrativer Förderung, Kindergarten, Förderung in allgemeinen Schulen bzw. gemeinsamer Unterricht und Beschulung in der ‚Stammschule’, Vorschule und Kindergarten vor Ort nutzt und fördert die Kompetenzen der Beteiligten im Rahmen der Organisationsentwicklung.

Durch das Ergebnis der Qualitätsanalyse wird bestätigt, dass die FS HuK sich auf dem Weg zu einer zielorientierten schulischen Qualitätsentwicklung befindet.                    

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